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07. Jul 2014 2115

Durchs wilde Höllental - die HTC 2014

Wir sind auch heuer wieder die Höllental-Classic gefahren. Wieder im Porsche 911 Targa. Und wieder in der Fun-Klasse - man will ja schließlich seinen Spass haben.
Wir, dass sind der Clemens als Fahrer, und ich als Navigator. Der Porsche ist ein G-Model, Baujahr 84, in einem wunderschönen unrestaurierten Originalzustand mit weniger als 80.000 km am Tacho. Letztes Jahr war der Porsche noch keine 30 Jahre alt, weshalb uns im Vorjahr bei der HTC gar keine Alternative zur Fun-Klasse blieb. Heuer wäre der Targa auch alt genug um bei den "großen Jungs" mitzuspielen. Aber mangels Wegstreckenzähler, entschlossen wir uns abermals die Fun-Klasse mit dem Tageskilometrezähler zu bestreiten.
Bild: michaelkeller.at

Bild: michaelkeller.at

Die Höllental Classic ist als FIVA-B Event Teil der österreichischen Staatsmeisterschaft des ÖMVV, der Rally&more Classic Trophy und des Jaguar Classic Cups. Die Veranstaltung ist auf Gleichmäßigkeit ausgelegt und wird gemäß den Sportbestimmungen der OSK des ÖAMTC abgehalten. Die HTC wird nach der österreichischen StVO durchgeführt, wobei ein Schnitt von 50 km/h nicht überschritten werden darf, vom Schnitt sind Verbindungsetappen ausgenommen. Die Streckenführung der Wertungsklassen sowie die Sonderprüfungen, Zeitkontrollen, Durchfahrtskontrollen etc. werden durch das Roadbook vorgeschrieben. Eine sehr sportliche Veranstaltung über zwei Tage und mehr als 550 Kilometer. Eine Classic-Rallye von Fahrern für Fahrer.
Die Fun-Klasse befährt nach Roadbook die selbe Strecke wie die Teilnehmer der Gesamtwertung, allerdings werden nur die Timigprüfungen gewertet, und keine Schnittprüfungen. Das hat uns schon 2013 viel Spass gemacht, und ist auch Herausforderung genug, denn die HTC wartet mit sehr vielen und auch sehr anspruchsvollen Timingprüfungen auf. Da die Höllental über zwei Tage geht, ist sie auch ohne die vielen competitiven Schnittprüfungen äußerst anstrengend, besonders dann, wenn man dem Fun-Gedanken auch an den Abenden und teils bis in die frühen Morgenstunden hinein trägt.

Alles in Allem ist die Fun-Klasse also genau recht für unseren Ehrgeiz, unseren Sportsgeist, und unseren Elan.
Roadbook, Organisation und Durchführung der Höllental-Classic werden von den Veranstaltern Gerhard Soukal und Fritz Jirowsky und deren Team ohne Makel und mit beispielgebender Bravour gemeistert. Da gibt es nichts zu meckern. Der Geist der Veranstaltung ist bei aller Sportlichkeit vor allem sehr familiär und freundschaftlich. Die Teilnehmer kennen einander zumeist seit vielen Jahren, und auch die Fun-Klasse ist Teil der HTC-Community.
Die Streckenführung ist wunderschön und anspruchsvoll - das reine Vergnügen. Die Gegend rund um Scheeberg und Rax hat so Einiges zu bieten an landschaftlicher Schönheit und kurvenreichen sowie teils komplett abseits gelegenen Straßen und Etappen. So führt die HTC von Reichenau an der Rax über viele Schnitt- und Timingprüfungen bis nach Tulln, mit Fahrzeugpräsentation am Hauptplatz. Ein besonderes Higlight ist auch die Sonderpüfung Pottenstein, wo der hiesige Oldtimerclub den Teilnehmern der HTC einen freundschaftlichen Empfang bereitet - ein kleines feines Volksfest mit vielen interessierten Zusehern.
Im Vorjahr hatten der Clemens und ich es mit dem lediglich vierten Platz gerade nicht unter die Top 3 Fun-Fahrer geschafft. Das wollten wir heuer jedenfalls topen. Schon alleine, weil die handgefrtigten Kolben-Trophäen der HTC wirklich schöne Preise sind. Gebrauchte Kolben, fein säuberlich sandgestrahlt und auf einen handgetischlerten Holzsockel montiert. Sehr schön anzusehen, und ein würdiger Preis für eine tolle Rallye.
Also motiviert waren wir jedenfalls genung - lediglich die Leistungen bei den Timingprüfungen blieben hinter unseren eigenen Erwartungen zurück. Es hat dann aber letztlich doch noch für den zweiten Platz in der Fun-Klasse gereicht - geschlagen nur von dem Vater&Sohn-Team-Dorsch. Wir gratulieren den würdigen Siegern der Fun-Klasse, beanspruchen für uns aber den Sieg bei den Nachtprüfungen an der Ausschank unsrer Pension. In dieser Disziplin nur einmal geschlagen vom Kollegen Schützl - aber der startet in einer ganz anderen Liga.
Als Teilnehmer kommt man naturgemäß nicht so viel zum fotografieren, wie als Zuseher. Meine Bilder sind daher in erster Linie von vor dem Start, und dann noch ein wenig von den Sonderprüfungen:

Noch zwei kleine Anmerkung zur Fun-Klasse der HTC:

Eine ergänzende Durchführungsbestimmung hat den Teilnehmern der Fun-Klasse das Auffahren (Mindestabstand 100 Meter) und Überholen der Schnittfahrer innerhalb der Schnittprüfung untersagt. Das ist für den Fun-Fahrer natürlich eine ziemliche Spass-Bremse. Umso mehr, da diese Schnittprüfungen zumeist in Streckenabschnitten erfolgen, die innerhalb der STVO mit sehr viel Fun befahren werden können. Ich verstehe sehr gut, dass Auffahren und Überholen für den Schnittfahrer sehr irretierend und auch behindernd sein kann, aber das Hinterherzuckeln der Fun-Fahrer bleibt hoffentlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Vielleicht findet sich da noch etwas Besseres.

Und wie schon erwähnt, sind die Pokale der HTC sehr schöne handgefertigte Unikate - was will man aber damit zum Ausdruck bringen, dass die Trophäen der Fun-Klasse um ein derart vielfaches kleiner sind, als die der übrigen Wertungen? Hier gibt's jedenfalls noch Potential nach oben ;-)
Bild: michaelkeller.at

Bild: michaelkeller.at

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Kommentare

lancia79
07. Jul 2014

Lieber Fritz,
was hältst Du von einem Kolben von einem Lanz Bulldog?
... für Eugen, wenn er mal gewinnt! :-)

lg Msrtin

eugen
08. Jul 2014

Nun lieber Martin,
es gibt "klein" und es gibt "winzig" - Ein Pokal darf schon "klein" sein, aber er sollte nicht "winzig" sein. Er läuft dann Gefahr im besten Fall "putzig" zu werden.
Ich habe jedenfalls nicht vor, mir für meine "Trophäensammlung" einen Setzkasten aufzuhängen.
Und es geht um die Relation - denn die Größenunterschiede wollen ja etwas zum Ausdruck bringen.
;-) eugen

P.S. Ich möchte aber nochmals hervorheben, dass die Pokale der HTC wirklich wunderschön und extrem wertig sind, und ein Vorbild für die meisten anderen Veranstalter.

roadstertouren
07. Jul 2014

Hallo Eugen, die Sache mit den Sonderprüfungen ist eigentlich ganz einfach - entweder vor der SP überholen und Spaß haben oder einfach ein paar Minuten warten. Im Roadbook seht ihr ja, wo die Schnittprüfungen sind.
Aber es stört wirklich wahnsinnig, wenn in einer Prüfung ein anderes Auto an der hinteren Stoßstange klebt ;-)

eugen
08. Jul 2014

Servus Gerhard,
so einfach ist es eben leider nicht - auch wenn du vor der SP ein paar Teilnehmer überholst, fährst du in der Schnittprüfung nach kürzester Zeit auf einen anderen TN auf. Das ließe sich wohl nur vermeiden, wenn man alle Schnittfahrer vor der ersten SP überholt. Das wiederum wird sich aber vom 52 Startplatz aus nicht mehr mit der STVO in Einklang bringen lassen :-) Und "ein paar Minuten warten" ist leider auch nicht praktikabel - hier müsste man warten, bis der letzte Schnittfahrer die halbe Prüfung zurückgelegt hat. Geht auch nicht.
Hier gehört ein anderer Modus her. Eventuell ein "Schnitt-Light" für die Fun-Fahrer? ZB alle Fun-Fahrer mit einer vom Veranstalter je SP ausgegebenen Schnitt-Tabelle und Wertung in vollen Sekunden? Das würde die Fun-Fahrer auch an die "Sporting" heranführen. Aber das unbeschäftigte hinterherzuckeln ist bestimmt nicht die ideale Lösung. Hier darf man im Sinne der Attraktivität für die Fun-Fahrer sicher noch nachdenken.
;-) eugen

rost
07. Jul 2014

Lieber Eugen!
Wir dachten schon du schreibst gar nichts mehr. Aber Qualität braucht seine Zeit! Hervorragender Bericht! Dein professioneller Schreibstil ist unterhaltsam und informativ zugleich .Eine Freude deinen Beitrag zu lesen, Danke! Deine Fotos fangen stimmungsvolle Momente ein.

LG Stephan

eugen
08. Jul 2014

Danke für das Lob. Ich bemühe mich auch wirklich. Anderen fällt das vielleicht leicht, aber ich muss für einen Bericht schon richtig arbeiten.
;-) eugen

Hoellental
08. Jul 2014

Hallo!
Eugen, ich kann dir versichern, die Größe der Pokale (bzw. Kolben) in der Fun-Klasse hat nichts mit Wertigkeit zu tun. Es ist heute nur sehr schwer Kolben zu bekommen, da die meisten Firmen das alte Zeugs wegschmeißen oder gar nicht mehr tauschen sondern gleich einen Tauschmotor verbauen. Bin aber an der Quelle und die Pokale der Fun-Klasse werden 2015 erwachsen, versprochen!!
LG Fritz

eugen
08. Jul 2014

Sehr schön. Hoffentlich "derfahr" ich nächstes Jahr einen.

;-) eugen

lancia79
08. Jul 2014

Schnitt-Light find ich eine gute Idee!
Warum ist da noch kein anderer draufgekommen?
Ich hab mir mal die Starterliste angesehen: Von 60 Starter, sind 10 in der Fun-Klasse , und die starten als letzte! Warum nicht einfach die Fun-Klasse vorne wegfahren lassen?
lg Martin

Hoellental
08. Jul 2014

Hallo Martin!
Vorne weg fahren ist eher schlecht, da den Teilnehmern in der Fun-Klasse meist die Erfahrung fehlt (sieht man auch bei der Punktevergabe) und die Gesamtwertungsfahrer erst wieder im Weg stehen könnten...
Weiters bitte ich um eine Erklärung wie man Schnitt light umsetzen soll, entweder man fährt Schnitt oder nicht, ;-)

lancia79
08. Jul 2014

Wo Du recht hast, hast Du recht, Fritz! Schnitt ist Schnitt. Und Anfänger, also so wie ich, müssen ja nicht gleich bei einer anspruchsvollen Rallye, so wie Eure, mit Schnittfahren beginnen, sondern können dies ja bei Veranstaltungen erlernen, die einfacher zu bewältigen sind.
Wir haben das heuer zum ersten Mal bei der Kellergassenclassic ausprobiert. Die Schnittstrecke war nur ca. 5 km lang und die Streckenführung einfach. Außerdem hat der Veranstalter gleich eine Schnitttabelle dem Roadbook beigelegt.
Jetzt haben wir, also Sabine und ich, so ein ungefähres Gefühl bekommen wie´s funktionieren könnte.
Wir werden weiter daran arbeiten, in kleinen Schritten halt, und vielleicht leisten wir uns ja mal einen Wegstreckenzähler, mal schauen.....

lg Martin

eugen
08. Jul 2014

Also den Terminus "Schnitt-Light" habe ich (in meiner Antwort an den Gerhard weiter oben) ins Spiel gebracht - und auch gleich versucht zu erklären, was ich mir darunter vorstelle: nämlich eine Wertung nicht auf 10-tel Sekunden, sondern zB auf volle Sekunden. Denn letztlich macht die Wertung den Anspruch, und macht's schwerer oder leichter. Oder? Ob's bei einer Classic-Rallye auch praktikabel durchführbar ist, kann ich nicht beurteilen. Da kann der Veranstalter-Profi sicher mehr dazu sagen - wie siehst du das, Fritz?
Im wesentlichen geht's mir dabei aber nur um eine praktikable Möglichkeit den Fun-Fahrer, meist ohne Wegstreckenzähler unterwegs, während der Schnittprüfungen bei annähernd gleicher Geschwindigkeit wie die Wertungsfahrer zu beschäftigen und ruhig auch ein wenig zu fordern. Das könnten auch ein paar im Roadbook vermerkte Zielschnitte während einer SP sein. Denn das bloße Hinterherfahren mit einem 50er ist aus meiner Sicht nicht befriedigend.

Hoellental
09. Jul 2014

Hallo Eugen!
Durchführbar ist es sicherlich...
Allerdings wurde die Fun-Klasse ins Leben gerufen, damit man in die Rallyeszene schnuppern kann, ohne gleich kostspielige Geräte (z.B Halda) erstehen zu müssen. Zum Schnitt fahren, und um dies auch erfolgreich zu bewältigen, benötigt man diese Geräte...

eugen
09. Jul 2014

Zur Info: Ich hatte gestern noch ein informatives Telefonat mit dem Fritz von der Höllental. Dabei hat er mir erläutert, dass ohne Wegstreckenzähler ein Schnitt nicht vernünftig zu werten ist - auch nicht mit zB vollen Sekunden, da die Abweichungen zu groß und die Tachovoraussetzungen der Teilnehmer zu unterschiedlich sind. Klang sehr einleuchtend.

Mehrere Zielschnitte innerhalb einer Schnitt-SP für die Fun/Cup-Fahrer könnten dazu führen, dass vor den Messungen die Geschwindigkeit gegen Null reduiziert wird, was dann erst zu Behinderungen führen könnte. Auch wäre deshalb eine Messung mit GPS nicht mehr möglich, weshalb mit Lichtschranken gemessen werden müsste. Also auch nicht wirklich praktikabel.

Ich bin jedenfalls weiter am Nachdenken, wie man die Schnitt-SP's für Fun/Cup-Fahrer etwas fordernder gestalten kann. Eine Möglichkeit wäre, den Beifahrer ein volles Glas Bier balancieren zu lassen, ohne es auszutrinken.

;-) eugen

lancia79
09. Jul 2014

und wieviele Versuche soll der Beifahrer haben? :-)))

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