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30. Mar 2013 60

Ein Besuch in der Cite de l Automobile – Collection Schlumpf

Vor einigen Tagen war ich mit Freunden vom JEC Jaguar Enthusiasts Club zu einer Museums-Tour aufgebrochen. Nachdem wir und das Rolls Royce Museum der Familie Vonier in Dornbirn angesehen hatten, sind wir dann noch über die Schweiz nach Frankreich in den Elsass gefahren.
Dort – genau gesagt in Mülhausen (Mulhouse) – haben die Brüder Fritz und Hans Schlumpf ihre Autos geparkt. Heute ist das ein Museum: Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf.

Das Cité de l’Automobile – Musée National – Collection Schlumpf ist mit einer Ausstellungsfläche von 25.000 m², davon 17.000 in einer einzigen riesigen Halle, das größte Automobilmuseum der Welt. In der Cité de l'Automobile, sind insgesamt 400 historische, prestigeträchtige Automobile und auch Rennautos ausgestellt, die die Geschichte des Automobils erzählen.

Die Ausstellung gliedert sich im wesentlichen in die 3 Hauptbereiche "Meisterwerke", "Abenteuer Automobil" und "Automobilrennen".
Meisterwerke
In diesem Bereich versammeln sich 80 der schönsten Autos der 30er Jahre: X26 von Panhard-Levassor, Coach Delahaye Typ 135 von 1949, Rolls-Royce Silver Ghost von 1924 usw. – sowie der berühmte Bugatti Royale Typ 41, Coupé Napoléon 1930, aus dem Besitz von Ettore Bugatti.
Abenteuer Automobil
Verziert mit 800 Straßenlaternen wie auf der Alexandre III-Brücke in Paris, erzählt die große Halle auf 17 000 m² die Geschichte des Automobils von 1878 bis heute anhand von mehr als 200 Autos, die ihre Epoche geprägt haben. Die Autos sind in chronologischer Reihenfolge und in Epochen angeordnet: Die „Stammväter“: Fahrzeuge von Panhard, Peugeot, De Dion und Benz aus dem Zeitraum von 1895 bis 1918. Die „Klassiker“ leiten eine zweite Phase ein (1918-1938), die von der Fusion zweier bedeutender Hersteller geprägt wird: Mercedes und Benz. Die „Modernen“ aus der Zeit nach 1945 zeichnen sich dadurch aus, dass sie leicht und für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich waren.
Automobilrennen
Die Sammlung präsentiert außergewöhnliche Sportmodelle, wie einen Panhard-Levassor Zweisitzer in Rennausführung (1908), einen Mercedes W125 (1937), einen Maserati 250F (1957) oder einen Lotus Typ 33 (1963) und viele, viele Bugattis.
Anbei ein ein Bilder-Rundgang durch diese drei Hallen-Bereiche:

Hans und Fritz Schlumpf

Fritz Schlumpf arbeitet anfangs in verschiedenen Textilbetrieben im Elsass, 1928 macht er sich als Wollmakler selbstständig. Hans Schlumpf arbeitet zunächst bei verschiedenen Banken bevor er 1929 in das Unternehmen seines Bruders einsteigt. Im Jahr 1935 gründen die Brüder die SAIL (Société Anonyme pour l'Industrie Lainière), kaufen ihre ersten Aktien der Kammgarnspinnerei Malmerspach und übernehmen 1940 die Mehrheit an mehreren Unternehmen.

Im Jahr 1957 übernehmen die Brüder Schlumpf die Textilfabrik HKD (Heilmann, Koechlin & Desaulles), eine traditionsreiche Wollspinnerei in Mülhausen. Zwischen 1961 und 1963 kauft Fritz Schlumpf heimlich eine große Anzahl klassischer Automobile. Um diese Käufe unbemerkt tätigen zu können, setzt er zahlreiche „Strohmänner“ in Frankreich, in der Schweiz, in England, in Italien, in Deutschland und in den Vereinigten Staaten ein. Im Mai 1965 erscheint in der Zeitschrift „L'Alsace“ der erste Artikel, der den Umfang der bis dahin geheimen Sammlung enthüllt.
Bugatti

Die Leidenschaft des Fritz Schlumpf -

Bugatti

mit diesem Bugatti fuhr er selbst zahlreiche Rennen.

Im Jahr 1966, beginnen die Arbeiten zur Präsentation der Sammlung. Das Ziel von Fritz Schlumpf lautet nunmehr dem Publikum die einzigartige Kollektion zugänglich zu machen, die er binnen weniger Jahre zusammengetragen hat. Er lässt einen Teil der Lagerhallen der Textilfabrik zum „Musée Schlumpf“ umbauen. Gleichzeitig schreiten die Restaurierungsarbeiten an den Oldtimern zügig voran. Hierbei ist die Unterstützung von 7 Mechanikergehilfen, 2 Sattlern, 2 Spenglern, 1 Spenglergehilfen und 5 Lackierern gefragt. Auf diese Weise hat Fritz Schlumpf innerhalb von 10 Jahren etwa 12 Millionen Francs für den Kauf und die Präsentation seiner Sammlung ausgegeben.

Im Jahr 1976 befindet sich die Textilindustrie in der Krise und die Arbeiter der Schlumpfschen Betriebe streiken. Die Brüder Schlumpf versuchen ihre Fabriken für einen symbolischen Franc zu verkaufen. Als jedoch keine Angebote eingehen, fliehen sie vor den streikenden und auf ihr Geld wartenden Arbeitern nach Basel.

Am 7. März 1977 werden die Lager von den Gewerkschaften besetzt. Das „Musée Schlumpf“ wird in „Museum der Arbeiter“ umbenannt. Unter der Aufsicht der Gewerkschaft CFDT ist der Eintritt ins Museum kostenlos. Am Ausgang des Museums werden Spenden gesammelt, mit denen die Kosten für die weitere Öffnung des Museums und die Fortsetzung der Aktion beglichen werden. „Ich habe 1400 Franc pro Monat verdient. Sehen Sie, wohin der Rest geflossen ist!“, so heißt es auf einer der zahlreichen Infotafeln, die auf dem Kühlergrill eines Rennwagens platziert sind. Das ist der Anfang der sogenannten Schlumpf-Affäre ... 
Wir haben uns in Mühlhausen gleich auch noch das nahegelegene Museum Cite de l Train angesehen - da gibt es ein preiswertes Kombiticket, und in diesem Museum steht auch der Bugatti Triebwagen, angetrieben von Bugatti Royale Motoren. Ich bin zwar kein Trainspotter, aber das ist alles sehr sehenswert und beeindruckend.

Und weil wir schon in der Nähe waren, haben wir uns auch noch den Weinort Riquewihr an der elsässichen Weinstrasse sowie die historische Stadt Colmar angesehen. Flammkuchen inklusive.

Das war ein schöner Tag - nachmachen empfohlen.
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